Belebte Kreuzung in Marrakesch nahe der Koutoubia mit einem Bus, einem Petit Taxi und Rollern

Praktische Tipps

Autofahren in Marrakesch: unsere Tipps für entspanntes Fahren

5 Min. Lesezeit

Roller, Kreisverkehre, Pferdekutschen und Polizeikontrollen: konkrete Anhaltspunkte, um schon am ersten Tag in Marrakesch hinter das Steuer zu steigen.

Autofahren in Marrakesch verwirrt in den ersten Minuten, doch man findet schnell den Rhythmus. Der Verkehr ist dicht und sehr gemischt, aber in der Stadt selten schnell. Mit ein paar Anhaltspunkten zu Rollern, Kreisverkehren und Polizeikontrollen fühlen Sie sich ab dem zweiten Tag sicher.

Auf einen Blick

  • Tempo: 60 km/h in der Stadt, manchmal 40; 100 km/h auf Landstraßen; 120 km/h auf der Autobahn.
  • Typische Strecke: etwa 15 bis 20 Min. zwischen dem Flughafen Marrakesch-Menara und der Medina, rund 6 km entfernt.
  • Empfohlenes Auto: ein Kleinwagen mit Automatikgetriebe für die Stadt.
  • Zu meiden: die Gassen der Medina und die Hauptverkehrszeiten.
  • Papiere: Führerschein, Reisepass und Fahrzeugdokumente immer griffbereit.

Roller, Fußgänger und Pferdekutschen: die Straße teilen

Der erste Reflex gilt den Zweirädern. Roller und Mopeds sind überall; sie fahren auf beiden Seiten an den Kolonnen vorbei, schlängeln sich an Ampeln durch und tauchen plötzlich auf Höhe Ihrer Außenspiegel auf. Prüfen Sie vor jedem Richtungswechsel Ihre toten Winkel und vermeiden Sie abrupte Ausweichmanöver: Die Fahrer rechnen mit Ihrer Fahrlinie, nicht mit Ihrem Zögern.

Fußgänger überqueren die Straße oft abseits der Übergänge, vor allem rund um die Medina und die Märkte. In der Nähe des Platzes Jemaa el-Fna und der Koutoubia begegnen Sie außerdem von Pferden gezogenen Kutschen. Sie fahren langsam und können ohne Vorwarnung anhalten: Überholen Sie mit viel Abstand und ohne neben den Tieren zu hupen.

Kreisverkehre, Ampeln und Hupe

Die Kreisverkehre

Die Stadt hat viele Kreisverkehre, oft breit und stark befahren. Die Vorfahrt folgt dort nicht immer derselben Regel: Je nach Beschilderung haben entweder die einfahrenden oder die bereits kreisenden Fahrzeuge Vorrang, und in der Praxis fädelt sich jeder vorsichtig ein. Fahren Sie langsam hinein, schauen Sie nach beiden Seiten und machen Sie Ihre Absichten durch eine klare Fahrlinie statt durch Tempo deutlich. Der Blinker bleibt nützlich, auch wenn ihn nicht jeder benutzt.

Die Ampeln

Achten Sie an roten Ampeln auf Roller, die schon vor Grün losfahren, und auf Fußgänger, die noch die Straße überqueren. Halten Sie echten Abstand zum Vordermann: Plötzliches Bremsen ist üblich.

Die Hupe

Hier dient die Hupe vor allem dazu, auf sich aufmerksam zu machen: vor dem Überholen, in einer unübersichtlichen Kurve, wenn ein Fußgänger loszugehen scheint. Ein kurzer Ton hat nichts Aggressives, nehmen Sie ihn nicht übel. Nutzen Sie sie für diesen Zweck und nicht, um Ihren Ärger auszudrücken.

Polizeikontrollen und Tempolimits

Kontrollen sind häufig, an den Orts- und Stadtausfahrten ebenso wie auf Landstraßen, und Radargeräte ebenfalls. Halten Sie sich an die Grenzen: 60 km/h in der Stadt, je nach Schild manchmal 40, 100 km/h auf Landstraßen und 120 km/h auf der Autobahn. Das Limit wechselt oft auf kurzen Strecken, besonders am Ortseingang.

Bei einer Kontrolle verlangsamen Sie, halten an der vom Beamten angezeigten Stelle an und bleiben höflich. Bewahren Sie Führerschein, Reisepass und die mit dem Auto übergebenen Papiere zusammen im Handschuhfach oder in einer Mappe auf. Schnallen Sie sich an, sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Mitfahrer angeschnallt sind, und halten Sie am Steuer kein Telefon in der Hand.

Die Medina und die Hauptverkehrszeiten meiden

Die Medina ist nicht für Autos gemacht. Ihre Gassen sind eng, manchmal Sackgassen, und voller Fußgänger, Handkarren und Motorräder. Navigations-Apps schlagen dort gern Abkürzungen vor: Ignorieren Sie sie und bleiben Sie auf den großen Boulevards entlang der Stadtmauern. Um ein Riad zu erreichen, parken Sie außerhalb und gehen den Rest zu Fuß; unser Ratgeber zum Parken in der Nähe der Medina erklärt die Möglichkeiten.

Staus bilden sich vor allem morgens, am späten Nachmittag zum Büro- und Schulschluss und abends rund um belebte Viertel wie Gueliz. Für einen Ausflug verlassen Sie die Stadt früh: Die Straßen sind freier, und Sie fahren vor der Hitze.

Navi, Sprit und Parken

Die Navigations-Apps

Google Maps und Waze funktionieren in der Stadt und auf den Hauptstraßen gut. Laden Sie die Karte der Region vor der Abfahrt offline herunter, denn in den Bergen kann das Netz schwächeln. Bringen Sie eine Handyhalterung mit, um der Route zu folgen, ohne das Telefon in die Hand zu nehmen.

Tanken

Tankstellen gibt es viele, in der Stadt und entlang der Hauptstraßen: Afriquia, Shell, TotalEnergies und andere. Meist füllt ein Mitarbeiter den Tank für Sie; nennen Sie die Kraftstoffart, Diesel oder Benzin, und die gewünschte Menge. Bargeld ist weiterhin sehr gebräuchlich, halten Sie daher einige Dirham-Scheine bereit, auch wenn manche Tankstellen Karten akzeptieren.

Parken in der Stadt

Auf der Straße überwachen oft Parkwächter in Westen einen Abschnitt von Stellplätzen und erwarten beim Wegfahren einen kleinen Betrag. In Gueliz wie im Hivernage sind bewachte Parkplätze eine praktische Lösung für einen Abend im Restaurant.

Welches Auto für die Stadt?

In der Stadt schlängelt sich ein kleines Auto besser durch und lässt sich leichter parken. Das Automatikgetriebe macht im Stau und beim ständigen Anfahren einen großen Unterschied: Der Peugeot 208 Auto oder der Clio 5 automatique sind einfache Entscheidungen. Wenn Sie ein Schaltgetriebe nicht scheuen, eignet sich die gesamte Palette der Kleinwagen.

Das Auto kann Ihnen am Flughafen, am Bahnhof, an Ihrem Hotel oder in der Nähe Ihres Riads übergeben werden; wenn Sie mit dem Flugzeug anreisen, lesen Sie auch unseren Artikel zur Übernahme am Flughafen Marrakesch-Menara. Nach dem Absenden des Formulars geht der Austausch auf WhatsApp weiter, und der Pannendienst bleibt rund um die Uhr erreichbar, falls Sie unterwegs Zweifel haben.

Häufige Fragen

Braucht man ein Automatikgetriebe, um in Marrakesch zu fahren?

Es ist nicht zwingend, aber entspannter. Bei Staus, Kreisverkehren und häufigem Anhalten können Sie sich mit Automatik ganz auf Roller und Fußgänger konzentrieren. Wenn Sie zu Hause täglich ein Schaltgetriebe fahren, tut es auch ein Kleinwagen mit Handschaltung.

Wie läuft eine Polizeikontrolle am Steuer in Marrakesch ab?

Der Beamte gibt Ihnen ein Zeichen, am Straßenrand anzuhalten. Bleiben Sie höflich, legen Sie das Telefon weg und zeigen Sie Ihren Führerschein, Ihren Reisepass und die bei der Anmietung ausgehändigten Fahrzeugpapiere vor. Bewahren Sie sie immer am selben Ort auf, damit Sie sie ohne Suchen hervorholen können.

Sind Google Maps und Waze in Marrakesch zuverlässig?

Ja, für Boulevards, moderne Viertel und Ausflugsstraßen. Misstrauen Sie nur den Abkürzungen durch die Medina, deren Gassen für ein Auto zu eng sind. Laden Sie die Karte außerdem vor der Abfahrt in die Berge offline herunter, wo das Netz unregelmäßig wird.

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